mehr Verkehrstote, Unfälle auf Landstraßen, schmale Landstraßen als Gefahr, Baumunfälle und Niedersachsens Konzept dagegen - aber nicht bei uns!

 Die Zahl der Verkehrstoten ist im letzten Jahr wieder gestiegen. Die Experten nennen verschiedene Ursachen: Wetter, Stress, Handy.

Für Landstraßen mit Baumalleen hat das niedersächsische Ministerium für ein Schutzplankenprogramm 2015-2017 aufgelegt.

Aber das gilt nicht für die Landkreise Verden oder Diepholz. Betroffen sind nur Landesstraßen im Emsland, in Hildesheim, Osnabrück und Cuxhaven. (sh. Liste unten)

Zu den Vorschlägen des Verkehrsgerichtstages in Goslar "Tempo 80 auf schmalen Landesstraßen" liest man:

"Minister lehnen Vorschläge ab

Sowohl Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) als auch Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) lehnten die Vorschläge ab. Dobrindt sieht derzeit keinen Anlass, entsprechende Regelungen zu ändern. Lies sagte, dass Tempolimits nachvollziehbar für den Autofahrer sein müssten, sonst fehle die nötige Akzeptanz. Einer generellen Beschränkung auf 80 Stundenkilometer auf Landstraßen stehe er deshalb skeptisch gegenüber."(Quelle: NDR, 30.1.2015)

Also wird weiter zu schnell gefahren, passieren bei uns weiter schwere Unfälle, muss man weiter auf vernünftige Untere Verkehrsbehörden hoffen, die Tempobegrenzungen zum Schutz der Menschen vornehmen.

Für uns ist der Landkreis Verden die Untere Verkehrsbehörde und es gilt weiterhin: Tempo 100 zwischen Emtinghausen und Felde (bis zum Ortseingangschild) (L331) , Tempo 100  zwischen Felde und Riede (L331), Tempo 100 zwischen Felde und Okel (5,50m schmal und ohne Fuß- und Radweg!) (L 333), Tempo 100 zwischen Emtinghausen und Bahlum und Tempo 100 zwischen Bahlum und Syke- Gödestorf (Lk Verden) (L 354). 


Modellprojekt gegen Baumunfälle – Verkehrsministerium legt Sonderprogramm für Schutzplanken auf

Verkehrsstaatssekretärin Behrens: „Ein weiterer Baustein im Kampf gegen Baumunfälle“

Niedersachsens Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens hat heute in Hannover einen weiteren Baustein im Kampf gegen Baumunfälle vorgestellt. In einem drei Jahresprogramm (2015 - 2017) stellt das Verkehrsministerium rd. fünf Millionen Euro für den Bau von Schutzplanken zur Verfügung, allein 3,4 Millionen Euro für Maßnahmen an Landesstraßen. Das Sonderprogramm Schutzplanke ist Bestandteil der Landesoffensive gegen Baumunfälle, die im Sommer 2014 mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne und einem Geschwindigkeitserlass auf besonders schmalen Landstraßen gestartet ist.

Staatssekretärin Behrens sagte dazu: „Das Thema Baumunfälle hat für uns höchste Priorität. Niedersachsen gehört deutschlandweit zu den Bundesländern mit der höchsten Anzahl von Baumunfällen. Mit Hilfe unserer Kampagne gegen Baumunfälle wollen wir die hohe Unfallzahl bei Baumunfällen reduzieren."

Die zusätzlichen Schutzplanken sollen in den Landkreisen Cuxhaven, Emsland, Osnabrück und Hildesheim errichtet werden. Dort kommt es niedersachsenweit zu den meisten Baumunfällen. Zu den ersten Maßnahmen in 2015 gehören Abschnitte im Zuge der Landesstraßen 128 (LK Cuxhaven), 62 (LK Emsland), 475 (LK Hildesheim) sowie der L 87 und L 60, die beide im LK Osnabrück liegen. Bei den Bundesstraßen wird mit der B 73 (LK Cuxhaven), der B 51 (LK Osnabrück) sowie der B 494 im LK Hildesheim. Viele Strecken stehen bereits unter der Beobachtung, der für die Verkehrssicherheit verantwortlichen Behörden.

Staatssekretärin Behrens: „Alle Maßnahmen sind mit Hinblick auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Strecken mit Baumbestand fachlich begründet und geeignet. Der Abstand der Bäume untereinander ist sehr dicht und sie stehen viel zu nah an der Straße."

An der Kampagne gegen Baumunfälle nehmen neben den bereits erwähnten Landkreisen auch die Landkreise Friesland und Osterholz teil. Die Aktion ist auf drei Jahre beschränkt und soll wichtige Erkenntnisse zur Reduzierung von Baumunfällen liefern. Zu dem Maßnahmenpaket zählen neben einer umfassenden Aufklärungskampagne, ein Geschwindigkeitserlass sowie das jetzt aufgelegte Schutzplankenprogramm. Der Geschwindigkeitserlass ermöglicht es, den an dem Pilotprojekt beteiligten Landkreisen, präventiv Geschwindigkeitsbeschränkungen auf schmalen Landstraßen mit dichtem Baumbestand anzuordnen.

Staatssekretärin Behrens: „Die große Schwierigkeit beim Thema Baumunfälle ist die flächige Verteilung des Unfallgeschehens im gesamten Landstraßennetz. So unterschiedlich die verschiedenen Ursachen sind, so unterschiedlich sind auch die geeigneten Maßnahmen, um diesen wirkungsvoll zu begegnen. Schutzeinrichtungen sind eine gute Möglichkeit die fatalen Unfallfolgen abzufedern. Vor allem aber kann jeder einzelne Verkehrsteilnehmer durch Umsicht und angepasster Fahrweise einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf den Landstraßen leisten."

Niedersachsen ist bundesweit das Land mit der höchsten Anzahl an Baumunfällen. Trotz eines leichten Rückganges zu 2012 gab es im letzten Jahr noch immer mehr als 850 schwerverletzte und getötete Verkehrsteilnehmer allein aufgrund der Baumunfälle zu beklagen.

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Schutzplankenprogramm 2015 bis 17 Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Arbeit vom 20.2.2015
038_Schutzplankenprogramm_2015_bis_17.pd
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